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Das Geheimnis der weiblichen Kraft

Lange wusste ich nichts von der "weiblichen Kraft", die in mir und jeder von uns Frauen schlummert. Und auch heute habe ich das Gefühl, dass da noch sehr viel auf mich wartet - auch wenn ich mich bereits vor einigen Jahren auf den Weg gemacht habe, um meine weibliche Kraft zu entdecken und mich mit ihr zu verbinden.

 

Bevor ich schwanger wurde, hatte ich meinen natürlichen Zyklus mit dem Nuvaring und der Pille weitestgehend unterdrückt, und als im Alter von ca. 28 Jahren meine Periode einmal über fast ein halbes Jahr hinweg nach Absetzen der Pille ausblieb, war ich einfach nur froh, weil das so doch viel praktischer war.

Und das ist auch kein Wunder, denn wir haben es nicht gelernt, stolz auf unser Frausein zu sein. Frausein erscheint auch heute noch vielen Frauen eher als Schwäche und so "stehen wir unseren Mann" im Berufsleben und versuchen alles zugleich zu sein: Liebhaberin, Tochter, Freundin, Kumpel, Mutter,...

Gefragt nach dem ersten Tag der Periode antworten in meinen Workshops und Ausbildungen die meisten Frauen, dass sie sich nicht ausreichend wahrgenommen, aufgeklärt und auch angenommen gefühlt haben - und ganz viele von uns erinnern sich gar nicht mehr an diesen Tag. Und auch ich selbst habe es so erlebt: eine riesige Binde bekommen und kein weiteres Wort darüber. Aha, dachte ich, so muss man also damit umgehen: So tun als wäre nichts. Habe ich dann auch die nächsten 23 Jahre lang so gemacht.

 

Als ich während meiner Schwangerschaft begann, mich mit Endometriose, PCO-Syndrom, Kinderwunsch und all den Themen, die damit in Zusammenhang stehen, zu beschäftigen und mein Bauch und Busen sehr weibliche Rundungen annahmen, rückte das Thema "Weiblichkeit" immer mehr in meinen Fokus.

Die Geburt meiner Tochter habe ich selbst als traumatisierend empfunden und so kam es, dass ich einige Monate danach auf dem Sofa saß und das Gefühl hatte, mich gäbe es nur vom Kopf bis zum Bauchnabel - was mir eine Osteopathin kurz darauf ungefragt mit den Worten "Ich fühle Sie nur vom Kopf bis unterhalb Ihrer Rippen" bestätigte. Und ein paar Tage später erhielt ich die Verdachtsdiagnose "Endometriose" von meiner Frauenärztin (ich habe bis heute keine Bauchspiegelung gemacht).

Da saß ich also nun. Ich, die Yogalehrerin, die doch eigentlich immer und überall im energetischen Ausgleich weilen sollte... Mir kamen die Tränen und große Verzweiflung machte sich breit.

 

Und aus dieser Verzweiflung heraus begann ich zur Tat zu schreiten.

Ich begann das ursprünglich von Männern für Männer gemachte Yoga meiner Weiblichkeit anzupassen und übte sanfter und "kurviger". Ich atmete tief in meinen Unterleib, meditierte mit Hilfe von Visualisierungen und saugte alle Informationen zum Thema "Verbindung mit dem eigenen Zyklus" und "Weiblichkeit" in mich auf.

Ich erfuhr über die 4 Phasen des weiblichen Zyklus (einen kurzen Überblick gebe ich Euch in diesem Webinar auf YouTube ) und über die ursprüngliche Kraft, die Naturvölker in uns Frauen und unserer weiblichen Kraft sahen. Leider wurden diese weisen Stämme fast überall auf der Welt nahezu ausgerottet oder in Reservaten zusammengepfercht, wo ihnen ihre Zeremonien verboten und sie nahezu all ihrer Grundlagen beraubt wurden.

All dieses Wissen und Üben veränderte Schritt für Schritt meinen Zugang zu mir selbst. Doch ich merkte, dass ich noch tiefer tauchen und graben musste, um mich wirklich zu heilen - ich musste und wollte an die Wurzel des Problems. Und ich spürte instinktiv, dass ich nur heilen kann und weiterkommen kann, wenn ich in der Zeit zurückgehe: zu meinen Wurzeln.

 

Viele von Euch denken jetzt vielleicht an Psychotherapie - und ja, das kann sicher auch eine Möglichkeit sein, um mit behindernden Glaubenssätzen und Lebenserfahrungen "aufzuräumen". Das hatte ich aber bereits getan. Ich wollte Heilung in mir selbst finden.

 

Also lernte ich das Wissen dieser alten Naturvölker. Sie schreiben der Gebärmutter eine große Kraft zu, denn hier liegt all unsere weibliche Power. Ich traf auf schamanische Lehrerinnen, die mich auf Seelenreisen und Heilreisen führten. Ich lernte über Heilkräuter, ich räucherte viel und öffnete mein Herz mit Hilfe der Kakobohne und Moon Yoga®. Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich in der Natur und auf unserer Mutter Erde. Ich traf meine Krafttiere und meine spirituellen Lehrer. Und endlich, endlich gelang es mir, ganz tief in mich einzutauchen und all den Erinnerungen und Gefühlen Raum zu geben. Es gab Tage, an denen ich lange Zeit nur da saß, im Hier und Jetzt, und alles anschaute, beweinte, betrachtete - und für mich da war (zumindest so lange bis ich mich wieder dem Alltag, meiner Arbeit und meiner Familie widmen musste).

Und ich weiß, es wird noch viele dieser Tage geben- und brauchen. Es muss noch viele dieser Tage geben. Und ich freue mich auf sie.

 

Was ich bisher erfahren habe:

  • Heilung geschieht im Innen und nicht im Außen.
  • Ich trage alles, was ich zur Heilung benötige, bereits in mir.
  • Manchmal benötige ich Helfer im Außen, die mich auf meinem Weg liebevoll (!) begleiten.
  • Ich darf liebevoll mit mir umgehen.
  • Ich darf meine Weiblichkeit genießen und zeigen.
  • Ich darf Schwäche zeigen.
  • Ich kann ein freundschaftliches Verhältnis zu meinem Schoßraum aufbauen.
  • Dieses wirkt sich auf meinen ganzen Körper und mein Frausein aus.
  • Ich darf Grenzen setzen und mir Ruheräume erschließen.
  • Ich darf mir Ruhe gönnen.
  • Ich habe mehr Kraft, wenn ich in Verbindung mit meinem Zyklus lebe.
  • Ich kann lernen zu vergeben.
  • Ich genieße es eine Frau zu sein.
  • Ich kann meiner Tochter ein Vorbild sein.
  • Es gibt Dinge, die ich nicht sehen und be-greifen kann, die aber trotzdem da sind.
  • Ich möchte mein Wissen mit anderen Frauen teilen.
  • Ich besitze eine weibliche Kraft, die einzigartig ist.
  • Ich bin nicht alleine.

Und würde mich heute jemand fragen "Was soll das denn bedeuten: Verbinde Dich mit Deiner Gebärmutter"?, dann würde ich antworten: Finde einen ruhigen, warmen, geschützen Raum oder Ort. Lege oder setze Dich zur Zeit Deiner Blutung jeden Tag an diesem Ort nieder und lege Deine Handflächen auf Deinen Unterleib. Atme sanft in Deinen Schossraum und bleibe hier für mindestens 15 Minuten. Beobachte, was passiert. Trau Dich, hinzusehen und mit Dir zu sein. Es kann Dir die Türe zu Deiner weiblichen Weisheit öffnen. Solltest Du keinen regelmäßigen Zyklus haben, orientiere Dich am Mondzyklus: Die Tage zu und um den Neumond herum sind die Tage, an denen Du offener und sensitiver bist.

 

In diesem Sinne: Trau Dich!

 

Deine Andrea

 

Und falls Du in und um München wohnst und Lust hast auf Zusammensein mit Frauen, Meditieren, Singen, Tanzen, Seelenreisen etc., findest Du aktuelle und geplante Seminare hier.

 

 

 

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